— Hier schreibt Joachim Wildemann

2020 steht für mich ganz im Zeichen unseres neuen Zuhauses.

Das KD.HAUS ist ein neuer Raum für die Persönlichkeiten, die K&D zu dem machen, was es ist. Wie arbeiten wir in Zukunft zusammen? Diese Frage haben wir für uns schon vor vielen Monaten angefangen zu beantworten. So waren viele der Veränderungen, die über die Arbeitswelt im Frühling plötzlich hereinbrachen, gar nicht so neu für uns. MS Teams etwa nutzten wir schon eine lange Zeit. Nur mussten wir nun niemanden mehr überreden, das Tool zu verwenden …😅

So offen und flexibel wie die neuen Räume gestaltet sind, sehen wir auch unsere Arbeitsweise. Transparent kommunizieren, hören und gehört werden. Alle sollen sich entfalten können. Darum haben wir auf störende Barrieren verzichtet. Auch festgelegte Sitzplätze gibt es nur noch wenige. Genau in diesem Verzicht liegt ein großer Reiz. Befreit vom Ballast arbeitet es sich kreativer und agiler. Und wie viel Positives ein sinnvoller Verzicht uns selbst, der Umwelt und der Gesellschaft bringen kann, haben wir in den letzten Monaten gesehen. Wichtig ist es, auf das Richtige zu verzichten.

Auf was ich nicht verzichten möchte, ist eine klare Haltung. Dazu gehört für mich genau diese Offenheit und Transparenz. Darum möchte ich auch ganz transparent Menschen zu Wort kommen lassen, mit denen ich hier täglich Kommunikation und Innovation gestalte.

— Alexandra Gröber iM Gespräch

Jedes Jahr hat seine Besonderheiten. Momente oder Dinge, die man in Erinnerung behält. Was hat dich 2020 beeindruckt? Und sag jetzt nicht, dass es der Mon Chéri Adventskalender war, den wir dir gebastelt haben … 🤣

Der Meilenstein des Ankommens im neuen KD.HAUS war für mich ein zentraler Moment. Hier haben sich meine Gedanken und meine Haltung an einem echten Ort verdichtet. Ich versuche immer disruptiv zu sein. Jeden Tag neu denken, ohne mich von Erfahrungen und gelernten Barrieren einschränken zu lassen.

Was macht diesen neuen Ort für dich aus?
Er strahlt ganz viel positive Energie aus. Hier bin ich mit Menschen zusammen, die an meiner Seite sind, mich gerne begleiten und die meine Haltung teilen. Auf dem Weg zu Innovationen treiben mich mein Optimismus und die Vorfreude auf das Ergebnis an. Da kommen wir zu meiner Schwäche für die bekannten Pralinen mit Kirschlikör. Beim Adventskalender kenne ich den Inhalt. Trotzdem freue ich mich aufs Türchen öffnen. So ist auch beim kreativen Arbeiten der Weg das Ziel.

— Hier schreibt Philipp Hauser

Ihr werdet nie glauben, was mit meinen Eiern im Home Office passiert ist ...

Ausprobieren wie man arbeiten will, ausprobieren wo man arbeiten will, ausprobieren was einem Spaß macht. Corona hat uns ohne Vorwarnung ins Home Office katapultiert. Ohne, dass wir uns davor ein genauen Plan machen konnten, landeten wir am Schreibtisch, Küchentisch oder auf dem Sofa. Man musste viel ausprobieren, ohne genau zu wissen, ob das Ergebnis zufriedenstellend ist.

Genau in dieser Zeit habe ich beim Hühnerhof eine Packung Eier besorgt und mir ein Gerät zum ausbrüten ausgeliehen. Die Lust darauf, etwas auszuprobieren, von dem man Null Komma Null Prozent Ahnung hat, hat mich dazu getrieben, neben meinen Laptop diesen Kasten aufzustellen und die Eier 3× täglich bei genau 38 Grad zu wenden. Ohne jegliches Vorwissen wurde ich rein aus Neugier, ob das wirklich klappen kann, zum Kleintierzüchter. Durch Fehler, die ich in den ersten Tagen bei der Regulierung der Temperatur gemacht hatte, lernte ich schnell, welche Faktoren wichtig sind, um dieses Projekt ins Ziel zu bringen.

Anfangs war mein Handeln sehr zaghaft, aus Angst die Eier zu beschädigen. Doch von Tag zu Tag wurde ich sicherer und meine Handgriffe präziser. Dadurch konnte ich die Aufgaben schneller und besser erledigen. Durch tägliches Recherchieren und Hinterfragen legte sich meine anfängliche Unsicherheit sehr schnell und der Spaß an der Sache trat immer mehr in den Vordergrund.

Nach 21 Tagen ist aus fünf der Eier tatsächlich Leben geschlüpft. Eines der Küken hat den Schlupf leider nicht überlebt. Womöglich lag es daran, dass ich bei der Regulierung der Feuchtigkeit einen kleinen Fehler gemacht habe. Das hat mich tagelang sehr beschäftigt. Ich habe in dieser Zeit die Tatsache, dass ich es ohne Vorwissen geschafft habe, vier kleine Küken gesund auf die Welt zu bringen, komplett aus den Augen verloren.

Heute weiß ich, dass Scheitern etwas ganz normales ist. Wichtig ist es, sich auf die Erfolge zu konzentrieren und dazuzulernen … und hey, wer kann schon sagen, dass zu Hause vier Chicks auf einen warten 🐓

— Hier schreibt Tobias THomann

Letztes Jahr haben wir unser Weihnachtsspecial dem Thema Verbindung gewidmet.

Als ob wir es geahnt hätten, wie wichtig gute Verbindungen wenige Monate später werden sollten. Skype, Zoom, WhatsApp etc. wurden zur neuen Regel für »Treffen«, die nun konnektiv virtuell anstatt eye-to-eye stattfanden.

Dann ist die Verbindung abrupt abgebrochen. Zumindest die zwischen meinem Hüftgelenk und dem zugehörigen Oberschenkel. Ein kleines Missgeschick beim Sport sorgte für diese Unterbrechung (Vielleicht ist auch deshalb Gipshax von La BrassBanda auf Spotify mein Tophit 2020). Dank toller Persönlichkeiten aus Chirurgie, Orthopädie, Pflege und Physiotherapie konnte die Verbindung glücklicherweise wiederhergestellt werden.

Während dieser Zeit spürte ich, wie wichtig die persönliche Haltung ist, um solide Verbindungen herzustellen und aufrecht zu halten. Die Haltung von Menschen, die dich unterstützen, aber auch die eigene. Dabei hat Haltung nichts mit richtig oder falsch zu tun. Vielmehr mit dem Wissen über die eigenen Werte und Ziele sowie Toleranz gegenüber der Meinung anderer. Was nicht bedeutet, dass man diese richtig finden oder sogar übernehmen muss.

So habe ich den ein oder anderen ärztlichen Rat meiner persönlichen Haltung und meinem individuellen Körpergefühl gebeugt. Meine Haltung führte mich so schon nach kurzer Zeit zurück auf »meinen Weg«. Nach nur ¼ Jahr krönte ich mein 2020 mit einem 10-Meter-Sprung in die Kobelach.

— Hier schreibt Simone Wildemann

Ich glaube, 2020 war »Haltung bewahren« ein ganz wichtiges Thema.

Nicht einknicken, nicht die Hoffnung verlieren, zuversichtlich bleiben. Haltung bewusst machen, war mein Anliegen. Bei K&D und auch darüber hinaus. Als Fan von Frederic Laloux und dem Evolutionären Sinn (Buch Reinventing Organizations) fühle ich mich in der aktuellen Situation bestätigt, dass dies der Weg für die Zukunft ist. Ein Unternehmen als lebendigen Organismus betrachten. Spüren, was gebraucht wird, was sich verändert und darauf antworten.

Ausgerechnet in diesem Jahr startete ich ein Herzensprojekt, eine Kindertagesstätte. Mit der Kinder Villa Stoll schaffen meine Freundin und Mitgründerin Nicole und ich einen Ort, der spüren soll, was Eltern und ihre Kinder heute brauchen. Darauf antworten wir mit einem neuen Konzept im ehemaligen Zuhause von Christof und Emma Stoll. Unterstützt werden wir dabei von der Stoll Vita Stiftung. Danke an alle für ihren unermüdlichen Einsatz, den Glauben an die Sache und die Zuversicht. Auch das ist Haltung.

— Hier schreibt Christoph Wasmer

Gleich am Anfang des Jahres musste ich mich in meinem privaten Umfeld von einem Menschen für immer verabschieden.

Was dieser wundervollen älteren Dame alles erspart blieb, zeigte sich kurze Zeit später. Glücklicherweise durften wir sie noch gebührend verabschieden. Jetzt ist selbst das nicht mehr selbstverständlich. Vieles haben wir für richtig gehalten, wenig angezweifelt oder infrage gestellt. Aber gerade das Wissen darum, dass nichts selbstverständlich ist, steigert den Wert selbst kleiner Dinge und Gesten. Das lehrte mich, was wesentlich ist und wo man wirklich Freude findet, jenseits von Konsum und Dauerbespaßung.

Ich bin stolz auf die Leute, die mich umgeben. Das ist mir noch bewusster geworden. Gemeinsam durchhalten ist bedeutend einfacher als alleine. Darum habe ich trotz der Unwegsamkeiten dieses Jahr viel geschafft. Ich habe Hürden überwunden, Neues gelernt und mich um meine private Glücksvorsorge gekümmert. 2021 kann kommen 💍

— Hier schreibt Norbert Unternährer

Mann hatte ja etwas mehr Zeit dafür: Mein 2020

Günther Weisenborn: Memorial – Verbrecher Verlag – 241 Seiten – gekauft, gelesen

John Kenneth Galbraith: Die Ökonomie des unschuldigen Betrugs, vom Realitätsverlust der heutigen Wirtschaft – Pantheon – 127 Seiten – gekauft und bis Seite 44 abgearbeitet

Takis Würger: Stella – Hanser – 217 Seiten – gekauft und regalisiert

Arno Camenisch: Der letzte Schnee – Engeler – unter hundert Seiten – gekauft, schnell gelesen

Guido Kalberer: Dialektisch – Dörlemann – 126 Seiten – gekauft, gelesen und amüsiert

Pieter M. Judson: Habsburg, Geschichte eines Imperiums 1740 bis 1918 – CH Beck – 576 Seiten, gekauft, gelesen und verstanden

Hildegard Keller und Christof Burkard: Frisch auf den Tisch Weltliteratur in Leckerbissen – Edition Maulhelden – 140 Seiten – gekauft, gelesen, gestapelt und immer wieder zur Hand genommen

Adolf Loos: Warum ein Mann gut angezogen sein soll, Enthüllendes über offenbar Verhüllendes – Metroverlag – 127 Seiten – gekauft, gelesen, ein schönes Büchlein

Sibylle Berg: Nerds retten die Welt: Gespräch mit denen, die es wissen – Kiepenheuer & Witsch – 239 Seiten – gekauft, angelesen, weggelegt, braucht Zeit

Hans Peter Henecka: Grundkurs Soziologie, 9. Ausgabe – UTB Verlag – 264 Seiten – gekauft, gelesen … äh studiert, abgearbeitet

Carel van Schaik & Kai Michel: Das Tagebuch der Menschheit, was die Bibel über unsere Evolution Verrät – Rowohlt – 563 Seiten – gekauft, gestapelt und seit mehr als einem Jahr in Arbeit – interessant

Sigrid Tinz: Haufenweise Lebensräume, ein Lob der Unordnung im Garten, Naturschutzprojekte  Artenvielfalt Gestaltung – pala Verlag – 186 Seiten – gekauft, gelesen, umgesetzt (was machbar war)

Michale Brunner: Baumriesen der Schweiz – Werd Verlag – 237 (farbige) Seiten – gekauft, angeschaut und immer wieder angeschaut

Max Küng: Einfälle kennen keine Tageszeit – Edition Patrick Frey – 597 Seiten – gekauft und durchgelesen und viel gelacht

Amir Hassan Cheheltan: Der standhafte Papagei, Erinnerungen an Teheran 1979 – Matthes & Seitz Berlin – 197 Seiten – gekauft, verschlungen, den Kopf geschüttelt und mich amüsiert

Tim Parks: Worüber wir sprechen, wenn wir über Bücher sprechen – Kunstmann Verlag – 234 Seiten – gekauft, eingelesen, weggelegt, weitergelesen u.s.w.

Robert Menasse: Die Hauptstadt – Suhrkamp – 452 Seiten – gekauft, gelesen und schon öfters ausgeliehen, skurril

Oliver Matuschek: Stefan Zweig, drei Leben eine Biographie – Fischer – 400 Seiten – auch gekauft und auch mit Interesse gelesen

Amos Oz: Eine Geschichte von der Liebe und Finsternis – Suhrkamp – 760 Seiten – von meiner Partnerin gekauft, lesend …

Ljudmila Ulitzkaja: Jakobsleiter – Hanser – 640 Seiten – gekauft, wunderbar, verzerrt, ein Hit